Eintönige Jobs bergen höhere Fehlergefahr

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Eintönige Jobs bergen höhere Fehlergefahr
Der Geist schweift ab und die Konzentration lässt massiv nach, sobald man über eine längere Zeit hinweg dieselbe eintönige Tätigkeit durchführt. Das kennt fast jeder Mensch von sich. Forscher aus Norwegen, England, den USA und Deutschland haben in einer jüngst veröffentlichten Publikation ihre Studienergebnisse zu dem Thema veröffentlicht und ersinnen Lösungsmöglichkeiten, denn vor allem bei hochverantwortlichen Jobs können Gewohnheitsfehler tödlich enden.

Gehirn der Testpersonen bei eintönigen Arbeiten gescannt
Mit eintönigen Aufgaben beschäftigte Menschen sind gegen gelegentliche Fehler anfällig, die - wie zum Beispiel bei Lokführern, Flugpiloten oder bei der Flugkontrolle zu ernsten Folgen führen können. Über die Gehirntätigkeitsmuster bevor ein solcher Fehler auftritt, war jedoch bislang wenig bekannt. Die internationalen Forscher rund um Dr. Tom Eichele von der Universität Bergen (Norwegen) führten daher für diese Studie Gehirn-Scans (fMRI = Magnetresonanztomographie) an den Teilnehmern durch, um Veränderungen der Gehirnaktivitäten zu messen, während sie eine eintönige, aber doch hohe Konzentration erfordernde Tätigkeit erledigen mussten.

Gehirn gibt "Warnsignale" ab
Die Untersuchungen an den Testpersonen ergaben, dass ihr Gehirn bei langweiligen, sich immer wiederholenden und eintönigen Aufgaben auf eine Art "automatische Steuerung" umschaltet - sozusagen auf "Autopilot". Die Tätigkeiten werden automatisch erledigt, das Gehirn vermindert somit seine Leistung, stellt auf Ruhezustand und der Mensch wird dabei fehleranfällig.

Das Interessante daran: Einige Regionen des Gehirnes zeigten bereits 30 Sekunden vor Auftreten eines Fehlers Veränderungen in der Aktivität an. Diese messbaren Veränderungen im Gehirn könnten als Warnsignale dienen, um ernsthafte Fehler in heiklen Arbeitsbereichen zu verhindern.

Frühwarnsystem für heikle Arbeitsplätze
Die Forscher hoffen nun, mit diesen Erkenntnissen den Weg für die Entwicklung eines Frühwarnsystems geebnet zu haben, das die Gehirnaktivitäten liest und bald eintretende eventuelle Fehler voraussagt. Man stellt sich dabei ein Gerät vor, das am Kopf des Arbeitnehmers sitzt und den Benutzer durch Signale, die das Gehirn 30 Sekunden vor dem Fehler gibt, warnt, dass er nun in ein Stadium kommt, in dem die Konzentration nachlässt und seine Entscheidungen nicht mehr richtig sein könnten. Sinn machen solche Geräte allerdings lediglich bei Menschen mit hoher Verantwortung in ihrem Job, deren Fehler fatale Folgen hätte. Man kann sich sogar vorstellen, dass es solcherlei Frühwarngeräte bereits in 10 bis 15 Jahren geben könnte. Vielleicht mit einem netten Design?

Quellen
"Prediction of human errors by maladaptive changes in event-related brain networks." Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, Vol. 105, No. 16, April 2008


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